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Der nun folgende Seiteninhalt entstammt der Feder von Kaoz und wurde aufgrund seiner Wahrheit schlicht und ergreifend übernommen.
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Eine kleine, gemeine Glosse, über ein längst verflossenes Thema

Vom Stahlhelm zum Fahrradhelm

Die frühsommerliche Hirnhautentzündung und Hitzestau im Kopf führt dieses jahr wieder zu einem der bizarresten Ristuale an der Bergstraße: dem autofreien Sonntag. Für einen Tag schließen sich die Freizeitsportler in den Kommunen in einer unheiligen Allianz zusammen, um ihrer verdeckten Leidenschaft zu fröhnen: keuchiges Strampeln mit krampfigem Öko-ich-bin-was-besseres-Lächeln im adrigen Gesicht. Nirgendwo sonst zeigt der Mensch so erbarmungslos seine Häßlichkeit in Gestalt und Charakter.
Dabei sei erst auf die geniale Idee verwiesen, sowohl die alte, wie auch die neue Bergstraße mit Draht und Eseln zu verstopfen - die Bewohner des unglücklichen Landstriches dazwischen befinden sich also in einem Strampel-Internierungslager, aus dem es kein Entrinnen gibt. Flüchtige werden sofort gerädert und selbst nicht gesperrte Straßen annektieren die Pedaltreter als Hoheitsgebiet.
Aber im Mittelpunkt steht die Mentalität des gemeinen - oder auch fiesen - Fahrradlers: Fußgänger müssen schwer aufpassen, da sie als "weiche Ziele" gelten. Wenn da mal so eine Oma sich verschätzt...
Autofahrer haben dagegen nur eines: sie haben verloren. Sie stecken fest, und bei der Suche nach einer Ausfahrt lassen verärgerte Fahrradfahrer schon mal Worte fallen, bei denen trommelschlagende Neonazis vor Schrecken blass würden.
Die Freundschaft unter Fahrradfahrern ist bei dieser veranstalteten Rollorgie ebenfalls sehr begrenzt. Und so zeigt sich Kurt Tucholskys Polemik wieder auf das "Schönste" bestätigt: Der Mensch bildet Haufen. Jeder Haufen hasste den anderen, weil er der andere ist, und den eigenen, weil er der eigene ist.
Überhaupt simuliert die Uniformität der Maitreter düstere Kapitel der Geschichte: mit dem Sturmriemen unterm Kinn radelt der Deutsche wie "befohlen" voran, immer nur voran. Vom Stahlhelm zum Fahrradhelm ist es nicht mehr so weit an diesem Tag.



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